backward-planning

Das klingt schon etwas paradox, aber tatsächlich ist bei komplexen zahntechnischen Versorgungen der sinnvollste Weg die Rückwärtsplanung – neudeutsch auch „backward planning“.

Am Anfang steht also die Visualisierung des Ergebnisses. Dadurch besteht die Möglichkeit mit recht geringen Aufwand so lange zu korrigieren bis alle funktionellen, phonetischen und kosmetischen Aspekte zur vollen Zufriedenheit von Patient*in, Behandler*in und Techniker*in festgelegt werden.
Die so gewonnenen Daten werden nun als Grundlage der definitiven Versorgung fixiert und sind jederzeit wieder reproduzierbar. Sie können zum Beispiel als Grundlage für eine provisorische oder therapeutische Versorgung herangezogen werden. Oder sie dienen als Planungsunterlagen für eine umfangreiche Implantatversorgung.

Dabei spielt es keine Rolle, ob zwei einzelne Frontzähne oder ein kompletter Kiefer restauriert werden sollen. Durch die umfangreiche Planung ist das Ergebnis vorhersehbar und lässt sich in der Regel mit nur sehr geringen Korrekturen umsetzen. Der Zeitaufwand, der zu Beginn der Behandlung erheblich höher ist als bei dem klassischen Vorgehen, wird in der Folge wieder ausgeglichen.

Letztlich findet nur noch ein Austausch zwischen der temporären und definitiven Versorgung statt. Dies kann für die Patientin oder den Patienten mit einer geringen Umstellung verbunden sein, die allerdings innerhalb kurzer Zeit abgeschlossen sein wird.

Die Vorteile dieser Vorgehensweise sind leicht ersichtlich: das kontinuierliche Hinarbeiten auf ein sinnvolles und in jeder Weise stimmiges Ergebnis ermöglicht es bereits in der Planungsphase eine Umstellung der Muskulatur zu erzielen, wodurch eine Gewöhnung an die kommende Versorgung ermöglicht wird und Akzeptanzprobleme minimiert oder ausgeschlossen werden. Funktionelle und kosmetische Herausforderungen und Grenzen lassen sich bereits im Vorfeld erkennen und deren Lösungen können in einem Stadium erfolgen, in dem auf keiner Seite ein hoher wirtschaftlicher Aufwand entstanden ist.
Und letztlich ermöglicht dieses gezielte Vorgehen Planungssicherheit bei der Ermittlung der Kosten und bei der Terminvergabe. Die lässt nicht nur die Patient*innen und Sie als Zahnärztin und Zahnarzt, sondern auch das gesamte Praxisteam wesentlich entspannter jedem einzelnen Termin entgegen sehen.