Mit diesem poetischen Satz hat Geheimrat von Goethe schon vor langer Zeit das komplexe Geschehen um die Entstehung von Farben beschrieben.

Als Zahntechniker muss ich bei der Bestimmung der Zahnfarbe ganz unterschiedliche Gesichtspunkte betrachten. Denn die Taten, die das Licht vollbringt wenn es in den Mund scheint, sind ziemlich komplex und immer sehr individuell.

Als erstes fällt bei den Zähnen ins Auge, wie hell oder aber, wie wenig hell sie sind. Damit einher geht auch schon die Wahrnehmung der Farbigkeit, also des Farbtons, in dem Zähne erscheinen. Hier bewegen wir uns vorwiegend in den Bereichen Rot und Gelb, sowie deren Mischungen. Und an dieser Stelle zeigt sich gleich auch ein dritter Aspekt der Zahnfarbe: die Sättigung, das Chroma. Also die Menge an rot und/oder gelb (bzw. deren Komplemtärfarben), die beim Betrachten eines Zahnes wahrzunehmen ist.

Auch die vorhandene Zahnsubstanz spielt bei der Entstehung der Zahnfarbe eine große Rolle, denn das Licht verhält sich in den unterschiedlichen Substanzen aus denen die Zähne aufgebaut sind (dem Schmelz und dem Dentin), unterschiedlich. Wenn wir schon beim Betrachten der Zahnfarbe sind, dann muss auch bedacht werden, dass die Lichtquelle selbst oder die Gestaltung der Zahnoberfläche berücksichtigt werden. Und dann kommt noch dazu, dass es auch geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahrnehmung von Farben gibt. 

Die Aufzählung ließe sich noch weiterführen, denn es sind nicht nur die „Taten“ wichtig, die das Licht vollbringt. Wir müssen auch verstehen wie diese zustande kommen, um ein grundsätzliches Verständnis dessen zu bekommen, was man landläufig als „Zahnfarbe“ bezeichnet.

Zahnersatz soll im Mund nicht aussehen wie ein Fremdkörper, sondern wie ein natürlicher Zahn. Um eine fundierte Aussage über die Zahnfarbe zu treffen und diese zwischen Praxis und Labor korrekt zu kommunizieren, wende ich deshalb das von dem Physiker und Zahntechniker Sascha Hein entwickelte, standardisiertes Fotoprotokoll eLAB an. Dabei werden – verkürzt gesagt – Helligkeit und Farbsättigung anhand eines standardisierten Fotoprotokolls und mit Hilfe einer Software bestimmt. 

Zusätzlich bietet sich die Möglichkeit, die angefertigte Arbeit nach den gleichen Standards im Labor zu fotografieren, um diese dann virtuell am Bildschirm in den Mund ein zu setzen. So lässt sich bereits an der Werkbank beurteilen, wie gut sich die Versorgung in den natürlichen Zahnbestand einfügen wird. Und sollte es wahrnehmbare Unterschiede zur natürlichen Bezahnung geben, kann nun korrigiert werden, bis sich die Versorgung in ihre natürliche Umgebung einpassen wird.

Das macht die Ergebnisse sowohl für die Patientinnen und Patienten, wie auch für das Praxisteam vorhersagbar. Und das auch, wenn zwischen Praxis und Labor eine größere räumliche Entfernung liegt.

Dadurch kommt mehr Ruhe und Verbindlichkeit in den Behandlungsablauf und die Anzahl der Korrekturen wird auf ein Minimum reduziert.

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